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Institut für pastorale Bildung der Erzdiözese Freiburg

Zum Berufsbild des Ständigen Diakons

Ständige Diakone sind in der Erzdiözese Freiburg in der Regel verheiratete Männer mit einem Zivilberuf. Ihr Engagement in Gemeinde und Gesellschaft erfolgt ehrenamtlich. Darüber hinaus gibt es einige hauptberufliche Diakone.

Diakone formen caritative Gemeinschaften

Ständige Diakone sind Männer, die mit anderen zusammen Menschen aufsuchen, die etwa nach Schicksalsschlägen ihre bisherigen sozialen Kontakte meiden: Krankheiten isolieren Menschen; persönliche Notlagen drängen Menschen an den Rand der Gesellschaft und manchmal auch an den Rand der Pfarrgemeinde. Viele solcher Betroffenen ziehen sich zurück oder machen ihre Schwierigkeiten mit sich allein aus. „Armut versteckt sich", so der Titel einer Plakatserie des Caritasverbandes.
Ständige Diakone versuchen eine Brücke zu schlagen, Kontakte zu knüpfen und zu helfen, wo es Not tut. Wenn möglich vermitteln sie Gruppen, damit solche Menschen wieder Anschluss finden. Wo es keine Gruppen gibt, bauen sie welche auf. Diakone stiften Gemeinschaft.
Viele Bewerber für das Amt des Ständigen Diakons sind selbst aus solchen caritativen Gruppen hervorgegangen. Sie haben gemerkt, dass Dienen und Gemeinschaft ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechen.

Diakone fördern Gottesbeziehung

Der Sozial- und Gemeinschaftsdienst des Ständigen Diakons bekommt seine besondere Note, wenn er von Gott zu sprechen beginnt. Denn der Diakon gibt nicht nur wortlos durch sein Engagement und seinen Dienst Zeugnis von seiner Beziehung zu Jesu Christus. Wo und wenn es gut tut, spricht der Diakon von der Nähe Gottes im Leben jedes Menschen. Dies wird gerade auch durch den öffentlich stattfindenden Weihegottesdienst sichtbar. Offiziell, also amtlich, wird dieser Mensch von der Kirche und der Ortsgemeinde zum Dienen gesandt. Alle können es sehen, wenn sich der Weihekandidat endgültig und ständig als Diakon in den Dienst Gottes und der Kirche stellt. Seine individuelle Glaubens- und Lebensentscheidung soll andere ermutigen, sich der Würde und Schönheit ihrer eigenen Gottesberufung zu vergewissern.
Diakone haben eine innere Beziehung zu Jesus Christus. Auch wenn dieser schon vor 2000 Jahren gelebt und gewirkt hat, ist Christus dem Diakon innerlich nahe. Dies hat mit seinem christlichen Glauben zu tun. Christen sagen, Jesus sei der Urheber und Initiator ihres Glaubens. Die Innerlichkeit zu Jesus Christus macht ihren Glauben aus. Christlicher Glaube ist eine Beziehung zwischen Jesus und dem jeweiligen Menschen. Deshalb bleibt es nicht aus, dass Christen wie Christus leben wollen. Dieser schlug Brücken zu ausgegrenzten Menschen und formte caritative Gemeinschaften.
Als Amtsträger der Kirche verweist der Diakon auf diesen Zusammenhang zwischen caritativem Engagement und innerlichem Glauben. Er freut sich, wenn der Glaube von Menschen in der Liebe wirksam wird, und er sorgt sich darum, dass der Glaube im Gottesdienst immer wieder genährt und gefeiert wird.

Diakone feiern Liturgie

Der Dienst des Diakons ist eng mit dem Aufbau und der Lebendigkeit von Glaubensgemeinschaften verknüpft. Dies wird deutlich in den Gottesdiensten, die Ständige Diakone leiten: Diakone wirken mit bei der Vorbereitung auf die Taufe und nehmen in der Tauffeier den Täufling in die Glaubensgemeinschaft auf. Diakone arbeiten mit in der Begleitung von Brautpaaren und leiten Hochzeitsgottesdienste. Diakone sind Trauernden nahe und denen, die Trauernde begleiten. Sie leiten Begräbnisfeiern und geben Zeugnis von der unzerstörbaren Gemeinschaft Gottes mit dem Menschen.

Zentral ist der Dienst des Diakons in der Hl. Messe. Durch seine Mitwirkung bei der Eucharistiefeier bezeugt er, dass das Alltagsleben und die Liturgie, dass Engagement und Eucharistie eng miteinander verbunden sind. Die Gemeinschaft im Alltag und die Gemeinschaftsfeier des Gottesdienstes sind wie zwei Seiten einer Medaille und bilden eine innere Einheit. Diese innere Einheit will der Diakon in seinem Dienst deutlich machen.

Diakone leben in Gemeinschaft

Fast alle Diakone sind verheiratet. Viele haben Kinder. Dies ist der erste Ort ihres diakonischen Lebens. Darüber hinaus gehört jeder Diakon einem Diakonatskreis an. Dort treffen sich Diakone und Ehefrauen alle vier Wochen zum gemeinsamen Austausch, zu Beratungen und zum Gebet.

weiter: Geschichte der Ständigen Diakone im Überblick