Allgemein

St. Kilian
Wolterdingen


St. Mauritius
Grüningen

St. Sebastian
Hubertshofen

News

Renovierung
Kreuz
Urkunde
Aussicht

Gemeinde
Gottesdienst

Geschichte
alte Bilder
Bilder

Die Geschichte der Wolterdinger Pfarrkirche

ein Abriß nach Emil Hauger

Einst Eigenkirche wurde Wolterdingen wohl in zähringischer Zeit Pfarrei. Deshalb besaß es schon früh eine Pfarrkirche. Die erste urkundliche Nennung des hl. Kilians als Kirchenpatron stammt aus dem Jahr 1340.

Aus den folgenden Jahrhunderten ist wenig über die Wolterdinger Pfarrkirche bekannt. Im Bauernkrieg blieb sie wohl verschont, während sie im Dreißigjährigen Krieg schweren Schaden erlitt.

1699 mußte die Pfarrkirche gründlich repariert werden. Knapp hundert Jahre später war die Kirche dennoch derart baufällig, daß man über einen Neubau nachdachte. Die Mittel dazu fehlten allerdings. So wurde der Bau erneut 1799 renoviert, nachdem inzwischen Teile der Kirche eingestürzt waren. Bei diesen Arbeiten wurde der Kirchturm von der Mitte des Langhauses in achteckiger Form auf das Gebälk der Sakristei aufgesetzt worden.

Im Zuge der Ablösung der Zehnten, auf die die Pfarrei ein Anrecht hatte, war der Neubau von Pfarrhaus und Kirche ein wichtiges Thema. Die Notwendigkeit wurde von niemandem angezweifelt. Schließlich einigten sich alle darauf, daß die Kosten von den Zehntpflichtigen und den -empfängern je zur Hälfte getragen werden sollten. Als dann 1851 die Zehntablösung vertraglich abgeschlossen wurde, gingen die Wolterdinger unverzöglich an den Bau eines neuen Pfarrhauses. 1855 ist es fertiggestellt worden. Das alte Gebäude, das heutige Josefsheim, diente fortan nur noch als Ökonomiegebäude.

Rohbau nach dem II. WeltkriegDer Grundstein für den lang ersehnten Kirchen-Neubau konnte erst 1861 nach einigen Auseinandersetzungen mit der Standesherrschaft begonnen werden. Die Kirche war einschiffig und mit einer dachförmigen Holzdecke versehen. Den Dachstuhl hielten starke Eisenstangen zusammen, die an Doggen hingen. Zur Ausstattung gehörten zwei Reliefbilder aus dem 16. Jahrhundert: eine kleine Pietá und ein Schmerzensmann an der Säule. 1862 wurde auch eine neue Turmuhr angeschafft und 1865 erhielt die Pfarrkirche eine neue Orgel.

Dieser Bau stand allerdings lediglich 40 Jahre. Am 20. Juli 1901 zerstörte eine Feuersbrunst sechs Häuser und die Kirche. Mit dem Neubau begannen die Wolterdinger schon wenige Wochen nach dem Brand. Diesmal entschieden sie sich für eine dreischiffige Anlage mit einem neugotischen Kreuzgewölbe. Die Steine für diesen Bau stammen übrigens aus Wolterdinger Gemarkung, vom Hallenberg nämlich. 1903/04 erhielt die Pfarrkirche eine neue Orgel, die das Überlinger Orgelbaugeschäft Wilhelm Schwarz mit 16 Registern und 927 Pfeifen baute. Diese Orgel wurde nach dem Krieg von der Firma Schwarz umgebaut und auf 23 Register erweitert.

Aber auch dieser Bau stand lediglich rund 40 Jahre. Bei einem schweren Fliegerangriff am 22. Februar 1945 wurde die Kirche erneut zerstört. Schon bald nach dem Angriff nahm Pfarrer Glatz den Wiederaufbau in Angriff. Anstelle des gotischen Kreuzgewölbes trat eine Kassettendecke. Die auf Kupfer gemalten Kreuzwegstationen wurden wie die beschädigten Altäre von der einstigen Herstellungsfirma A. Marmon in Sigmaringen wieder ausgebessert. Von der gleichen Firma stammen übrigens auch die 1917 bzw. 1919 gefertigten Figuren an der Außenseite der Empore: der Bauernheilige Wendelin und und die heilige Ottilia.

In den beiden Weltkriegen mußten jeweils Wolterdinger Glocken abgegeben werden. Das heutige Geläut wurde 1955 in der Glockengießerei Schilling in Heidelberg gegossen: die Dreifaltigkeitsglocke, mit einem Durchmesser von 1,1 Meter, einem Gewicht von 935 kg die größte (Ton f'), die Marienglocke (0,96 m / 588 kg / as'), die Kilians-Glocke (0,86 m / 428 kg / b') und die Schutzengelglocke (757 m / 281 kg / des'').

Das Innere der Kirche wurde 1978 gründlich renoviert und eine Fußbodenheizung eingebaut. Den neuen Zelebrations-Altar weihte Erzbischof Dr. Oskar Seier am 15. Juli 1979. Er entstand mitsamt Ambo und Osterleuchter in der Werkstatt des Bildhauermeisters Michael Huber, Oberkirch. Die vom Fürstenhaus gestiftete Kanzel war bereits 1971 abgebrochen worden.

Seit der Erneuerung hängt das Missionskreuz im Chorbogen. Der Schmerzensmann an der Säule, der aus dem 16. Jahrhundert stammt, befindet sich in der Seitenkapelle.